Informationen zum Thema DNA-Zytometrie

Viel wird diskutiert, inwieweit eine DNA-Zytometrie beim Prostatakrebs sinnvoll ist. Die Methode ist umstritten oder auch nur wenig bekannt. Allerdings sollte man sich die Mühe machen sich mit ihr zu beschäftigen bzw lieber eine Untersuchung mehr machen als nur auf den PSA-Wert zu starren.

          Was bringt die DNA-Zytometrie beim Prostatakarzinom?

Mit ihr lässt sich die Malignität (Aggressivität) des Tumors und seine Ansprechen auf bestimmte Therapien ermitteln.

Damit dient die DNA-Bildzytometrie sowohl der Bestimmung der Aggressivität des Tumors (= Malignitätsgrading) als auch der Beurteilung seines Ansprechens auf Hormon- oder Strahlentherapie (= sog. Therapie-Monitoring).

Fachliche Hintergrundinformationen

Malignitätsgrading:

Je bösartiger ein Krebs ist, desto eher beeinflusst er die Lebenserwartung seines Trägers in negativer Weise und desto hoher ist die Wahrscheinlichkeit, Tochtergeschwülste (Metastasen) zu setzen oder nach stattgefundener Behandlung wiederaufzutauchen (Rezidivbildung). Je geringer der Malignitätsgrad eines Tumors ist, desto weniger gefährlich ist er für seinen Träger. So gibt es Prostatakarzinome, deren Malignitätsgrad so gering ist, dass die davon betroffenen Männer aller Voraussicht nach daran nicht sterben werden (und das sind, so wird geschätzt, weit mehr als 50 Prozent aller Prostatakarzinome).

Man spricht in solchen Fällen von „insignifikanten Karzinomen“, die deshalb auch keiner Behandlung bedürfen, wenn sie nicht im Laufe der Jahre aggressiver werden. Dabei handelt es sich vor allem um Prostatakarzinome niedriger aber auch mittlerer Malignitätsgrade (über den Gleason-Score ausgedruckt: Gleason-Scores 2 – 7), welche in der DNA-Zytometrie noch einen weitgehend normalen Gehalt an Erbsubstanz (peridiploid und peritetraploid) zeigen, besonders, wenn sie zusätzlich eine niedrige Wachstumsrate (unter 5 Prozent) haben (Ahlgren et al., 1997, Tribukait, 2005).

           Ist die DNA-Bildzytometrie zur Aggressivitätsbestimmung des     Prostatakarzinoms besser geeignet als der Gleason-Score?

Die DNA-Bildzytometrie ist zur Prognose des Prostatakarzinoms meist besser geeignet als der Gleason-Score. Sie liefert auf jeden Fall wesentliche Zusatzinformationen.

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Macht die DNA-Bildzytometrie beim Vorliegen von Metastasen Sinn?

Auch wenn Metastasen festgestellt wurde, ist die Wahl dieses Verfahrens sinnvoll.

Fachliche Hintergrundinformationen: Selbst beim Vorliegen von Knochenmetastasen leben Patienten mit Prostatakarzinom noch deutlich (signifikant) länger, wenn ihr Tumor eine „peridiploide“ oder „peritetraploide“ DNA-Verteilung aufweist (Kugler

et al., 1997). Diese Konstellation ist allerdings sehr selten. Bei Patienten mit Lymphknoten-Metastasen kommen nach einer Untersuchung von Pollak et al. (1997) in einem Beobachtungszeitraum von vier Jahren weder eine lokale Progression noch Fernmetastasen vor, wenn ihr Prostatakarzinom peridiploid war (Pollack et al., 1997).
Macht die DNA-Zytometrie nach einer durchgeführten Therapie Sinn?

Ja, denn sie ermöglicht eine Beurteilung des Therapieerfolges oder auch (im schlimmsten Fall) des Misserfolges.

Nach einer operativen Entfernung der Prostata, einer durchgeführten Strahlen- oder Hormontherapie kann die DNA-Zytometrie Aussagen über den Therapieerfolg ergeben. Ist der Tumor unter Therapie aggressiver (negative Veränderung des DNA-Musters) geworden, so sollte man über einen Therapiewechsel nachdenken.

Geht andererseits der DNA-Malignitätsgrad unter der Therapie zurück, dann spricht der Tumor auf die Behandlung wahrscheinlich an (Leistenschneider und Nagel, 1984, Böcking et al., 1985; Al-Abadi und Nagel, 1995). Außerdem ist z.B. der Nachweis eines peridiploiden Karzinoms in einer operativ entfernten Prostata ein vergleichsweise beruhigender Befund für einen Patienten.

Siehe auch: www.forum.prostatakrebs-bps.de, und ganz besonders www.prostata-shg.de/Aktuelles/612_GEK_Prostata_A4%20%280708%29_screen.pdf…More at Die DNAZytometrie zur Aggressivitätsbestimmung bei Prostatakrebs

 

Mein Fazit:zur DNA-Zytometrie:

Obwohl die Methode der DNA-Untersuchung keine 100%ige Sicherheit gibt (und auch nicht verspricht) sollte sie zum Standardrepertoire der mit Prostatakrebsbhandlung befassten Urologen und Onkologen gehören und zwar sowohl als Hilfe bei der Beurteilung inwieweit eine chirurgische Entfernung der Prostata sinnvoll ist als auch bei der Beurteilung, ob eine Hormonblockade bei einem Rezidiv sinnvoll ist. Es gibt nämlch auch Stimmen, die davon überzeugt sind, daß unter gewissen Umständen eine Hormonblockade den Krebs erst richtig aggressiv macht. Ich verstehe nicht, warum die DNA-Zytometrie in diesem Sinn nicht routinemäßig zum Instrumentarium des urologisch tätigen Arztes gehört, ich verstehe es erst recht nicht, zumal die DNA-Zytometrie eine Kassenleistung darstellt.

Weiterführende Lektüre

[CANCER RESEARCH 47, 2504-2509, May 1, 1987]
Flow Cytometry of Prostate Cancer: Relationship of DNA Content to Survival1
Robert A. Stephenson, Brent C. James, Helen Gay, William R. Fair, Willet F. Whitmore, Jr., and
Myron R. Melamed2
Urology Service, Department of Surgery [R. A. S., W. R. F., W. F. W.], and Laboratory of investigative Cytology, Department of Pathology ¡H.G., M. R. M.J,

Die Lokalzeit aus Aachen interviewt einen Prostatakrebs-Betroffenen sowie Prof. Böcking über die DNA-Zytometrie

DNA Zytometrie Gespräch mit Professor Böcking (WDR/Lokalzeit Aachen) Krebszellen suchen – MEDIATHEK – WDR.de
Der emeritierte Dürener Pathologe Prof. Böcking hat die DNA-Zytometrie weiter entwickelt. Nach seiner Auffassung könnten damit ca 10.000 Prostatakrebs-OP vermieden werden.

Videobeitrag eines Betroffenen, der über seine Erfahrungen mit der DNA-Zytometrie berichtet.

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