Lymphadenektomie- Warum?

Für die Prognose des Prostata-Ca und zur Festlegung der exakten Ausbreitung des Karzoninoms zwecks Auswahl des am besten geeigneten Therapieverfahrens hat die Lymphonodektomie (auch Lymphadenektomie) eine Renaissance erfahen.
An exakt festgelegten Stellen wird Lymphknotengewebe exzisiert und per Mikroskop vom Pathologen untersucht. Dadurch kann eine evtl. notwendige Bestrahlung auf kleinere Felder reduziert werden und Nebeneffekte durch die Bestrahlung der Lymphabflusswege vermindert werden.

Formen der Lymphadenektomie

Man unterscheidet
-die Standard-Lymphadenektomie im Gebiet der Fossa obturaoria und der Iliaca interna-Gefäße, wo die meisten tumormanifesten Lymphknoten liegen
-die erweiterte Lymphadenektomie, die auch die Iliaca externa Gefäße erfaßt und die sog. präsakralen Lymphknoten erfaßt
Sentinel-Lymphknoten-Markierung, die die Verteilung eines Tracers in den Lymphknoten mißt. Lediglich bei Befall der Sentinel-Lymphknoten wird eine erweiterte Lymphadenektomie durchgeführt, sonst geht man davon aus, dass die Lymphknoten der Umgebung tumorfrei sind.

Es ist zu bedenken, dass mit zunehmender Anzahl an entfernten Lymphknoten die Gefahr der Entstehung von Lymphödemen steigt.

Über das Ausmaß der Lymphadenektomie entscheidet das Tumorstaging, beim Prostatakarzinom wird normalerweise die pelvine Lympadenektomie sowie die Lymphadenektomie entlang der Arteria iliaca interna (die innere Beckenarterie)durchgeführt

Lymphadenektomie

Bei der pelvinen Lymphadenektomie wurden bei 10% der Patienten Ansammlung von Lymphflüssigkeit an nicht dafür vorgesehenen Lokalisationen (sog. Lymphozelen), bei mehr als 5% Thrombosen und bei ca 1% Embolien beobachtet. Die Erfahrung des Operateurs hat darauf maßgeblichen Einfluß.

Es bestehen auch nicht zu übersehende Nachteile neben der Belastung durch die OP, denn nicht immer bringt die Lymphadenektomie die erwünschte diagnostische Sicherheit.
Gleichwohl gibt es Hoffnung: so spricht Riedl im Journal für Urlogie und Urogynäkologie in seinem Beitrag davon, daß bei minimalem Lymphknotenbefall für etwa 40% der Patienten die Chance einer Heilung besteht.

Einige interessante Ausführungen über die Bewertung, Grenzen und den prädikativen Wert der einzelnen Diagnosemethoden mittels verschiedener Tracer wie zB 18F-Cholin oder C11-Cholin sowie den Nutzen und die Grenzen der verschiedenen Lymphadenektomiemethoden (s.o.) finden sich auch im Bad Reichenhaller Prostatakrebsseminar 10-2007.

Lymphödeme nach Lymphadenektomie

Patienten, bei denen viele Lymphknoten im Becken entfernt wurden oder bei denen Tumorzellen die Lymphabflussgebiete verlegen, tragen ein gewisses Risiko für ein Lymphödem. Auch nach einer Bestrahlung können Schwellungen auftreten, die durch den behinderten Rückfluss von Gewebsflüssigkeit verursacht werden. Eine ausführliche Übersicht über Vorsichtsmaßnahmen, Symptome und Therapie hat der Krebsinformationsdienst im Kapitel “Belastende Symptome” zusammengestellt. ”

Wie ich selbst an mir feststellen konnte muß bei einer erweiterten Lymphadenektomie trotz aller Erfahrung des Operateurs von einer verlängerten Rekonvaleszenzzeit ausgegangen werden.

One Response to “Lymphadenektomie”

  1. […] meines Professors am 8.6.2011 einer pelvinen, präsacralen und paraaortalen laparaskopischen Lymphadenektomie in einer mehrstündigen OP unterzogen, im Laufe derer 43 Lymphknoten entnommen wurden. Alle 43 […]

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