Prostatakrebs: Molekulare Klassifikation der Progression und Marker-gesteuerte Bekämpfung

admin27 on April 7, 2014

Im August 2013 ist eine bedeutende Arbeit von Christopher J. Logothetis , Gary E. Gallick  et al. erschienen, die die einzelnen Studien der Prostata-Ca Progression anhand der dabei beteiligten Moleküle untersucht. Diese Arbeit erlaubt es dem Therapeuten u.U. gegenzusteuern, bevor der Krebs das nächste Stadium erreicht und in eine gefährliche Spirale “abdriftet”. Diese Arbeit sollte auch vor dem Hintergrund der neueren Prostatakrebsmedikamente Abiraterone (Zytiga) und Enzalutamid (Xtandi) gesehen werden.

Hier das Abstrakt (auf deutsch):
“In jüngster Zeit wurden viele Therapeutika für Prostatakrebs zugelassen, die auf die Androgenrezeptoren und / oder die Prostata Tumor-Mikroumgebung abzielen. Jede dieser Therapien hat zu einer bescheidenen Lebenzszeitverlängerung der Patienten geführt. Ein besseres Verständnis darüber, wann im Verlauf der Prostatakrebsprogression spezifische Therapien angewendet werden soll, und von dem, was Biomarker dann anzeigen würden, würde mit einiger Sicherheit zu verbesserten Überlebenschancen durch dieses Therapien führen. Daher ist die Anwendung des zur Verfügung stehenden Therapiearsenals in den richtigen Sequenzen in der richtigen Kombination zum richtigen Zeitpunkt ein wichtiges Ziel in der Behandlung von Prostatakrebs. Damit dies geschehen kann, ist ein Verständnis der Prostatakrebsentwicklung während der Progression erforderlich. In diesem Beitrag diskutieren wir nicht nur das aktuelle Verständnis der Prostatakrebsprogression, sondern fordern die vorherrschenden Meinungen mit einem  neuen Modell der Prostatakrebsprogression mit dem Ziel der Verbesserung der biologischen Klassifikation und Behandlungsstrategien heraus.

Wir benutzen dieses Modell, um zu diskutieren, wie die Integration des klinischen und grundlegenden Verständnisses von Prostatakrebs zu einer besseren Umsetzung des molekularen Therapieansatzes führen können und so das Überleben der Patienten verlängern können”

Die Autoren unterscheiden drei verschiedene Phasen der Prostata-Ca Entwicklung:

1.Eine endokrin-bestimmte Phase, die von dem Vorhandensein (und den einzelnen biologischen Stufen) von Dihydrotestosteron (DHT) und durch die Umwandlung von Testosteron zu DHT durch 5α-Reduktase-Enzyme gesteuert wird

2.Ein mikroumgebungsabhängige Phase, die den Übergang von der endokrinen  zur parakrinen Phase beschreibt, und die die Entwicklung zu einem potentiell tödlichen Krankheitsverlauf bedeuten kann

3. Die Phase autonomer Tumorzellen, die klinisch durch die Anwesenheit einer großen Tumormasse in der Prostata selbst, oder in den Lymphknoten bzw durch viszerale Metastasen ohne eine entsprechende Erhöhung der PSA-Wert des Patienten (mit vorwiegend lytischen Knochenmetastasen) charakterisiert werden kann.

Die Studie gibt keine Vorgaben für eine automatisch induzierte Therapieempfehlung noch erklärt sie, warum einzelne Individuen besser oder schlechter auf eine eingeschlagene
Therapierichtung reagieren. Dennoch handelt es sich hier m.E. um eine bedeutende Arbeit, die die Therapie zielgerichteter gestalten kann und den Übergang in eine letale Phase der Prostata-Ca Entwicklung möglicherweise verhindern kann.

Prostatakrebsklassifikation und Progression
Ein Modell zur Erklärung der Prostatakrebsprogression

Quelle:
Molecular Classification of Prostate Cancer Progression: Foundation for Marker-Driven Treatment of Prostate Cancer in  American Association for Cancer Research, August 2013

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