Prostatakrebs Rezidiv erkennen mit PET/CT

Da der PSA munter weiter steigt ließ ich zur Erkennung eines evtl Prostatakrebs Rezidivs zu einem möglichst frühen Zeitpunkt ließ ich am 12.5. ein 18F-Cholin PET/CT durchführen.

Wann kann man ein Prostatakrebs Rezidiv mittels PSA erkennen?

Ca 30 % der Patienten mit einem PSA von unter 1 weisen ein positives PET-Signal auf. Da meine PSA Verdopplungszeit -berechnet auf der entsprechenden Sloan Kettering Seite 2.68 beträgt (seitdem die Werte über 0.1 gestiegen sind, also seit Januar 2011) beträgt, erschien es auf Anraten von Prof. A. dennoch sinnvoll diese Untersuchung durchführen zu lassen, um möglichst “nah am Geschehen” zu bleiben und vielleicht auch noch mehrere Therapiealternativen zu besitzen.
Ergebnis: Es fanden sich insgesamt 3 kleinere Aktivitätsfoci links retropubisch etwa bei 11 Uhr (SUV 1.9 bis 3.0. , mittig/zentral (SUV 2.2) und rechts dorsal etwa bei 7 Uhr.
Außerdem wurden bds. parailiacal-praesacral sowie infrarenal-paraaortal kleinste Aktivitätsfoci (SUV 1.9 bis 3.0) und links inguinal (moderater Aktivitätsfocus (SUV 2.4) neben weiteren, allerdings nicht suspekten, FEC-negativen Lymphknoten gefunden.
Erklärung zum SUV: Der SUV-Wert (Standardized-Uptake-Value, auch manchmal in kritischer Betrachtung als ‘silly useless value’ bezeichnet- vor allem bei PETs, die Glukoseanreicherungen messen) standardisiert die Aktivitätskonzentration im Gewebe bezogen auf das Gewicht des Patienten und die injizierte Aktivitätsdosis um verschiedene Aufnahmen miteinander vergleichbar zu machen.

Wie zuverlässig ist die Prostatakrebs Rezidiv Erkennung mittels PET/CT

Die Frage ist, wie zuverlässig sind diese Werte, wenn der PSA-Wert noch relativ niedrig ist (knapp 1.0 ng/ml). Dazu sollte man die Begriffe Sensitivität und Spezifizität kennen.
Die Sensitivität kennzeichnet die Zuverlässigkeit einer diagnostischen Methode Kranke als Kranke zu erkennen, während die Spezifität eine Aussage darüber macht mit welchem Prozentsatz Gesunde als Gesunde erkannt werden. Hohe Werte nahe oder gleich 100% gelten als ideal.

Fragen, die sich aus meinem PET/CT ergeben: Ist der relativ niedrige SUV (Standard Value Uptake, manchmall auch “silly useless value” bei anderen PETs genannt) zur Prostatakrebs Rezidiv Erkennung hilfreich- die PET-Aufnahmen und die Befunde wimmeln davon) Dazu finde ich eine interessante neuere Arbeit hier wo die Zusammenfassung den Hinweis darauf gibt, daß die Ergebnisse eines 18F-Cholin PET/CTinsbesondere auch im Zusammenhang mit dem Anfangs-PSA und der PSA-Verdopplungszeit zu sehen sind (bei mir immerhin 2.68 Monate)

Auf Seite 22 der Arbeit “Die Rolle des PET/CT beim Prostatakarzinom” von Bockisch, Freudenberg, Nagarajah und Antoch aus der Klinik für Nuklearmedizin des Uniklinikums Essen sieht man andererseits, daß bei PSA-Werten von ca 1 die Sensitivität bei ca 40% liegt (Zielstruktur Lokalrezidiv, verwendeter Tracer F-11 Cholin, Anstiegsdynamik des PSA-Wertes auch wichtig).

Auch die Arbeit von Damaris Manuela Knechtel führt hier weiter, weil sie verschiedene SUV-Werte in 3 Klassen einteilt zwecks besserer Beurteilung eines Prostatakrebs Rezidiv:
Klasse 1 für SUV-Werte > 2.5 = starke Speicherung
Klasse 2 für SUV-Werte > 6 = sehr starke Speicherung
Klasse 3 für SUV-Werte >>2.5, aber optisch auffällig = leichte Speicherung

Beruhigt mich also ein wenig, aber sicher nicht zuviel. Damals glaubte ich, daß diese Untersuchung sinnvoll war.

PSA am 20.5.11 war  genau 1.0. War das der richtige Zeitpunkt für eine solche Untersuchung?.
Zumindest glaubte ich das. Mein Urologe meinte jedoch später bei diesen Werten (PSA 1) sei sowieso nichts zu erkennen. Unter 4 (oder sagte er (8?) sei sowieso nichts zu erkennen.

Hier sind die -soweit ich weiß- die relevanten Aufnahmen (die ersten beiden Aufnahmen betreffen die Prostataloge, die anderen verdächtige Lymphknoten- jeweils im Fadenkreuz-können durch Klick vergrößert werden):

Verdächtige Stellen in der Prostataloge?

SUV Prostataloge Aktivitätsfocus 1

 

 

 

 

 

SUV Prostataloge Aktivitätsfocus 1

 

 

 

 

 

 

 

Verdächtige Lymphknoten?

SUV Lymphknoten Aktivitäsfocus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie an anderer Stelle ausgeführt wird habe ich mich aufgrund dieses Befundes auf Anraten meines Professors am 8.6.2011 einer pelvinen, präsacralen und paraaortalen laparaskopischen Lymphadenektomie in einer mehrstündigen OP unterzogen, im Laufe derer 43 Lymphknoten entnommen wurden.
Alle 43 Lymphknoten waren negativ.

Dafür stieg der PSA-Wert innerhalb von 4 Tagen nach der OP auf 1.88 an!
Eigentlich vertraue ich normalerweise nicht kritiklos Fachautoritäten, aber in diesem Fall war der Respekt vor dem Mann im weißen Kittel zu groß und falsch. Zumal ich vor der
OP im Glauben war, es würden lediglich 4 oder 5 Lymphknoten entnommen.
Man hätte warten können und müssen. Eine solche OP steckt man nicht
in 4 Wochen weg. Ja ich kann sagen, daß ich den  Rest des Jahres 2011
ständig mit “brennenden” Beinen und Taubheitsgefühlen in Armen und Händen zu tun hatte und mich mittags immer wieder hin legen mußte. Darüber hinaus mußte ich immer wieder Eisbeutel auf die entspr. Körperteile legen um das teilweise fast kaum erträgiche Brennen zu kühlen. Darüber hinaus habe ich seit vielen Monaten entweder Lymphabflussstörungen in der geschwollenen rechten Leiste oder (was wahrscheinlicher ist) eine Leistenhernie, die mir dann wohl erneut eine OP “bescheren” wird. Mir graut davor.
Erwähnenswert finde ich auch noch, daß mir schon 2 oder 3 Tage nach meiner OP die
Doppel-J Katheter entfernt wurden, was mir innerhalb von Stunden äußerst äußerst schmerzhafte Nierenkoliken verursachte, was mich fast die Wände hochlaufen ließ.
Um Mitternacht wurden die J-Katheter dann (ohne Betäubung)
erneut eingesetzt, worauf sofort die Schmerzen nachließen. Die Doppel-J-Katheter wurden nach diesen Erfahrungen erst nach ca. 2 Wochen entfernt.
Danke für diese Erfahrungen! Man macht sich so seine Gedanken.

 

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