Strahlentherapie Prostatakrebs bzw beim Prostatakrebs Rezidiv

Natürlich bin ich kein Experte für Strahlentherapie aber als mögliche Therapieoption beim Prostata Rezidiv interessieren mich vor allem die einzelnen Bestrahlungsmethoden und ihre Nebenwirkungen sowie die Wirksamkeit, gerade auch für den Fall, daß Lymphknoten bestrahlt werden sollen.

Ich zitiere auch der sehr nützlichen Information von krebsinformationsdienst.de

[Mögliche Folgen der Strahlentherapie]: Veränderungen an Harnröhre, Blase oder Enddarm

Akute entzündliche Reaktionen [der Strahlentherapie des Prostatakrebs) der Enddarm- und Blasenschleimhaut auf die Bestrahlung sind relativ häufig. Bei den meisten Patienten sind sie aber zum einen nur schwach ausgeprägt, zum anderen heilen sie auch innerhalb weniger Monate nach Ende einer Strahlentherapie folgenlos ab. Die Symptome, die bei etwa jedem dritten Patienten auftreten, ähneln denen einer Blasenentzündung (Zystitis, hier: Strahlenzystitis). Selten ist auch etwas Blut im Urin. Die Behandlung sieht krampf- und schmerzlindernde Mittel vor, außerdem hilft viel Trinken. Kommt tatsächlich noch eine Infektion der Blase durch Keime hinzu, erhalten betroffene Männer Antibiotika. Schwillt die bestrahlte Prostata stark an, kann es vorübergehend notwendig werden, zum Wasserlassen Katheter zu verwenden oder einen Dauerkatheter zu legen.
Bei 20 bis 30 von hundert Patienten reagiert auch der Enddarm mit Entzündungsreaktionen; dann kann der Stuhlgang vorübergehend schmerzhaft sein, auch leichte Blutungen oder Durchfälle sind möglich. Kortisonzäpfchen und bei Bedarf Mittel gegen eine gesteigerte Darmaktivität lindern die Beschwerden.
Mit chronischen, anhaltenden Beschwerden müssen heute aufgrund einer verbesserten Bestrahlungsplanung nur noch vergleichsweise wenige Patienten rechnen. Wie hoch der Prozentsatz ist, hängt allerdings von individuellen Faktoren wie etwa der Tumorgröße oder der notwendigen Strahlendosis ab, vor allem aber vom jeweils angewendeten Verfahren (eine Übersicht im Kapitel “Bestrahlung“).
Aus Studien ist bekannt, dass nach konventioneller perkutaner Bestrahlung etwa vier bis acht von 100 Männern noch längere Zeit zu Durchfall und/oder Missempfindungen im Enddarm neigen oder unter Entzündungen und Veränderungen der Blase oder der Harnröhre leiden. Bei der intensitätsmodulierten Radiotherapie (IMRT) scheint die Rate an Langzeitkomplikationen niedriger zu sein, für die Brachytherapie sind die Angaben uneinheitlich.
Mit Hausmitteln und der Selbstbehandlung sollten Betroffene zurückhaltend sein. Eine Übersicht über einige wichtige Punkte hat die Arbeitsgemeinschaft Nebenwirkungen und Supportivtherapie der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) für Patienten zusammengestellt, online unter www.nw-suppo.de/index.php?locid=87.
Meist hilft nur die individuelle Abklärung und Betreuung beim Arzt weiter. Ansprechpartner für die Behandlung von Strahlenschäden kann dabei der behandelnde Urologe sein wie auch ein Facharzt für Radiologie. Für Fachleute bietet die DEGRO organbezogene Leitlinien zur Vermeidung und Behandlung von Strahlenschäden unter www.nw-suppo.de/index.php?locid=135.

Ob Patienten nach einer Strahlentherapie beim Prostatakrebs mit einem gesteigerten Langzeitrisiko für Krebserkrankungen der Blase oder des Enddarms rechnen müssen, lässt sich derzeit noch nicht sicher beurteilen. Es gibt Studien, dass dies zumindest für die Brachytherapie nicht ausgeschlossen werden kann.

 

——————————————————————————————–

Strahlentherapie mit Ionenstrahlen

Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum

Das HIT ist europaweit die erste in ein Krankenhaus eingebundene Therapie-Einrichtung, die sowohl mit Protonen als auch Schwerionen bestrahlt, allerdings wohl nur interessant für lokal begrenzte bzw lokal fortgeschrittene Prostatakarzinome in bestimmten Risikogruppen

Immer hat man in Heidelberg schon Besonderes geleistet. Werde mich mal um diesen Link in nächster Zeit kümmern.

Die weltweiten Bemühungen um eine effektive und möglichst nebenwirkungsfreie Strahlentherapie haben zu interessanten Weiterentwicklungen der Strahlentherapie beim Prostatakrebs geführt

IMRT Strahlentherapie (Intensitätsmodulierte Radiotherapie)

IMRT wird allein oder in Verbindung mit anderen traditionellen Krebstherapien wie zB der Hormontherapie eingesetzt.

Die Intensitätsmodulierte Strahlentherapie überwindet einige der Nachteile der traditionellen strahlentherapie insofern als sie die Intensität des Strahlenbündels über dessen gesamte Breite variiert, was insbesondere bei der Primärtherapie eines Prostata-Ca von Vorteil ist, da der mittlere voluminösere Teil der Prostata eine vergleichsweise höhere Strahlendosis benötigt um das Organ zu durchdringen, während für die anderen Teile der Drüse relativ geringere Strahlenmengen ausreichen. Mit der Einführung von IGRT (Image guided Radio Therapy) steht seit einiger Zeit eine Strahlführungstechnik zur Verfügung, die in Verbindung mit IMRT auch Gebiete erreicht, die bisher nicht der Strahlentherapie zugänglich waren und solche Areale schont, die nicht bestrahlt werden sollten.

Dose Painting

Beide Methoden kombiniert erlauben die Bestrahlungsdosis (im Bild gelb) für das Tumorgewebe (im Bild rot) zu erhöhen und gleichzeitig die Strahlendosis für andere nicht tumorbetroffene Organe (zB Darm, im Bild grün) zu senken (Strahlendosis im Bild grün). Diese Technik wird auch treffend “Dose painting” genannt (Bildquelle: Universitätsklinikum Regensburg)

 

Da diese Technik CT oder PET Untersuchungen für ein präzises Mapping des Tumors benutzt, sollte auch die zusätzlich erforderliche Strahlenbelastung dieser Untersuchungsmethoden berücksichtigt werden, um die gesamte Strahlenexposition des Patienten im Auge zu behalten.

Rapid Arc (Varian Medical Systems)
stellt eine Weiterentwicklung der IMRT Technik insofern dar als eine wesentliche Beschleunigung der Bestrahlung erzielt wird.

Zitat: Universitätsklinikum Ulm:
“Rapid-Arc” ist eine Technik, mit der Dosisverteilungen, die sonst nur mit intensitätsmodulierter Bestrahlungstechnik (IMRT-Technik) erreicht werden können, präzise und schnell in das Tumorgewebe appliziert werden. Während einer Rotationsbestrahlung, bei der Strahlerkopf sich einmal um den Patienten bewegt, wird ähnlich wie bei der intensitätsmodulierten-Technik (IMRT-Technik) die Bewegung von Bleilamellen im Strahlerkopf durch das Bestrahlungsfeld so optimiert, dass das Tumorgewebe maximal bestrahlt und das gesunde Gewebe höchstmöglich geschont wird. Die Vorteile von “Rapid-Arc” sind auf der einen Seite das Ausnützen von 360° Einstrahlwinkeln für eine optimale Dosisverteilung sowie eine variable, individuelle Dosisleistung, die für jeden Einstrahlwinkel einzeln angepasst wird. Von besonderer Bedeutung für die Patienten sind auf der anderen Seite kürzere Liegezeiten bei gleicher Effizienz der Bestrahlung, die z.B. bei Prostatabestrahlung nur noch 2 Minuten dauert. Damit kann die Strahlzeit von IMRT-Bestrahlungsplänen um etwa 70% verkürzt werden.

RapidArc Bestrahlungen werden u.a. in Ulm, r.D.Isar München, Göttingen, Nordhausen sowie einigen nichtuniversitären Instituten durchgeführt

Neben RapidArc (Varian, Elekta) -auch als VMAT (Volumetric Modulated Arc Therapy) bekannt gibt es eine weitere Fortentwicklung von IMRT, nämlich die Tomotherapie (neueste Generation nach der bisherigen Hi-Art Tomotherapie ist die TomoHD Variante). Die Tomotherapie vereinigt IMRT mit der Präzision der Computertomographie. Vor jeder Bestrahlung wird daher ein dreidimensionales CT erstellt und die Lokalisation des Tumors und seine evtl Veränderung in Lage und Größe zu erfassen. Während der Bestrahlung werden die Strahlen permanent moduliert um sich den aktuellen Gegebenheiten anzupassen und die Nebenwirkung minimal zu halten. Die Tomotherapie ist kostenintensiver, u.a. weil sie ca. 20 Minuten benötigt (5 min für den CT Scan, 5 min für die Bestrahlung und 10 min für die Einrichtung des Gerätes. Sie ist daher nicht so optimal für eine größere Anzahl von Bestrahlungen pro Tag geeignet.

Tomotherapie Linearbeschleuniger stehen in Essen, r.d.Isar München, TU München, Berlin, Heidelberg und einigen anderen nichtuniversitären Einrichtungen zur Verfügung.
Per Juni 2011 sollten in Deutschland 12 Tomotherapie-Systeme im Einsatz sein.

Tomotherapie

Der PSA-Wert sinkt nach einer einer Strahlentherapie meist nur langsam und kann zunächst sogar noch einmal als Folge der biologischen Reaktion des tumorösen Gewebes auf die Strahlenwirkung.

 

Wordpress SEO Plugin by SEOPressor